The chronicles of Carlo | Teil 1.2: Der Wanderweg

Den Wald hinter mir lassend begab ich mich einen kleinen Hügel hinauf.
Der Anblick der sich mir bot, als ich oben ankam, ging mir unter die Haut,
ich weiss nicht wieso, aber jener Augenblick erfüllte mich mit Glück.


Die Sonne beglückte Barney und mich nur für kurze Zeit mit ihrer Anwesenheit.
Wie genossen noch kurz den Moment und gingen dann weiter, ohne festes Ziel oder Plan wo wir überhaupt sind.
Aber wie sagt man so schön, nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg dorthin.
Plötzlich meldete sich der Wind zurück und erschwerte uns das Laufen.
Eine Umkehr war ausgeschlossen, für Barney und mich war klar, in den Wald wollten wir erstmal nicht mehr.
So gingen wir einen Wanderweg entlang und genossen, trotz des starken Windes, die wunderschöne Landschaft.
Nur der stellenweise auftauchende Müll am Wegrand, machte uns deutlich, dass vor uns auch schon andere hier entlang liefen.
Als ich nach links schaute, fiel mir ein alleinstehender Baum auf, ich blieb stehen und musste an das Gemälde von Caspar David Friedrich "Einsamer Baum" denken.


Es tat mir irgendwie leid, dass er dort so einsam stehen musste.
Barney und ich hielten kurz inne und gingen dann weiter.
Das Wetter wurde immer ungemütlicher, zusätzlich zum Wind kam der Regen wieder.
Auch wenn die Wetterverhältnisse nicht die besten waren, machte es Barney und mich glücklich, jetzt in diesem Moment hier draußen zu sein.
Tapfer dem Wetter trotzen liefen wir weiter, als ich plötzlich ein Geräusch wahrnahm.
Enten sagte ich zu Barney, irgendwo hier sind Enten.
Wie liefen einen kleinen Hügel hinauf und wir erblickten einen See.
Voller Freude liefen wir zum Ufer und sahen auch die Enten, die uns zu diesem schönen See führten


Ein idyllisches Bild bot sich uns als wir vor dem kleinen See standen.
Ich sah mein Spiegelbild im Wasser und vergaß für einen Moment lang all den Mist, der in der Welt vor sich geht, den Schwachsinn der sich wie ein Virus durch das Internet zieht.
Für einen Moment war alles still und es zählte nur das hier und jetzt.
Ich atmete tief ein, tief aus und als ich mich umdrehte und den Müll neben dem See sah,
wusste ich, was mich wieder erwarten würde, sobald ich wieder in die Stadt käme.
Wie verließen diesen Ort wieder und gingen weiter.
Immer noch fegte der Wind über uns hinweg, wenigstens hatte der Regen inzwischen wieder aufgehört.
Wo wir wohl sind fragte ich mich, aber nichts kam mir bekannt vor und so liefen wir weiter, Irgendwo im Nirgendwo.
Wie liefen und liefen und ausser uns war niemand hier.
Keine Tiere, keine Menschen, nichts, nur Barney und ich.
Nach einiger Zeit bemerkte ich ein altes Haus, welches wir uns näherten.
Es war ein unheimliches altes Haus, die Fensterscheiben waren kaputt, die Außenwände marode.
Offensichtlich stand es schon seit Jahren leer.
Es bereitete mir Unbehagen, wieder kamen mir, wie zuvor schon im Wald meine Horrorfilme in den Sinn.
Unheimlicher Wald, verlassenes altes Haus, ich kam mir wie in einem Film vor, aber es war die Realität, oder was es doch nur eine Illusion, die meinen Verstand einen Streich spielte? 
Auch wenn es mir schauderte, so konnte ich meinen Blick nicht von dem alten Haus lassen.
Plötzlich bewegte sich eines der Fenster in dem Haus und mir war, als sei ein Schatten an dem Fenster vorbeigehuscht.
Carlo, sagte ich selbst zu mir, komm wieder zu Sinnen, das Fenster sich immer noch hin und her bewegend fing an zu quietschen. 
Barney und ich schauten uns an und ich sagte, nichts wie weg von hier.
Schnellen Schrittes gingen wir weiter und ließen dieses unheimliche Haus hinter uns.
Einige Minuten später beschäftigte mich immer noch das Haus und das was ich glaubte gesehen zu haben.
Ich drehte mich nach rechts und es bot sich mir eine fantastische Aussicht, aber weiterhin schien es, als wären nur Barney und ich unterwegs.


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